Märker's Welt

Das Schmetterlingsreliquiar

| Keine Kommentare

Heute war in Geisenfeld Erstkommunionsfeier und es lagen kleine Betrachtungszettel aus. Beeindruckend der religiöse Sinn und die Umsetzung in der dargestellten Kostbarkeit. ( Eher traurig die spirituelle Ahnungs- und Gedankenlosigkeit vieler Anwesender. )

Das Schmetterlingsreliquiar

vom Sterben und Leben

Schmetterlingsrequiliar

Bei der Restaurierung eines gotischen Kruzifixes aus dem ehemaligen Schottenkloster  in Regensburg machte man eine sensationelle Entdeckung: 

Im Hinterkopf der Figur des Gekreuzigten fand man in einem Hohlraum ein Reliquiar in Schmetterlingsform. Die feuervergoldete Emailarbeit aus Silber teigt die Kreuzigung Christi mit Maria und Johannes. Als Entstehungszeit des kostbaren Fundes nimmt man die Zeit um 1310/1320 an. Über die Schönheit des Kleinods hinausgehend, liegt seine Bedeutung in der Verbindung von Todesdarstellung und Schmetterlingsgestalt.

Schon im Altertum und in der Zeit der frühen Christen war der Schmetterling Sinnbild der Verwandlung vom Tod zum Leben. Christus, der die Erfahrung der Dunkelheit gemacht hat bis hin zum gewaltsamen Tod am Kreuz, durchbricht die Grenzen des Todes und wird von Gott zu neuem Leben erweckt.

Sich wandeln lassen

„Sich wandeln lassen, offen sein für Neues, für mehr Leben. So wie die Schmetterlingsraupe und -puppe dazu bestimmt sind, aus dem Dunkel herauszutreten,  sich zur Entfaltung zu bringen,  so sind auch wir berufen, uns zu entfalten mit all den Möglichkeiten , die in uns stecken.

Menschen , die diesen Weg gegangen sind – manches Mal durch Dunkelheit und Kreuzeserfahrungen – , besitzen oft eine große Ausstrahlung und innere Freiheit. Jemand ist wie verwandelt, sagen wir. Menschen, die nicht am Buchstaben des Gesetzes hängend, sondern sich der Hoffnung und der Liebe verpflichtet wissen, werden die Tiefe und Weite des Lebens selbst intensiv spüren und andere erfahren lassen.

Umkehren heißt sich wandeln lassen von der göttlichen Freiheit. Christus ist gekommen, um uns aus allen sinnlosen Einengungen zu befreien. Leben in Fülle bietet er an, wenn wir uns verwandeln lassen von ihm.“

Gebet

„Wenn ich gefangen bin in der Dunkelheit des Alltags, Gott, lass mich überrascht werden von de Hoffnung. Wenn ich mich selbst verschließe und niemanden an mich heranlasse, lass mich Nähe und Wärme spüren. Wenn die vielen Tode mich umgeben – der Tod einer Beiehung, der Tod meiner Gefühle, oder eine zerstörte Hoffnung – , dann Gott, wirke das Wunder, verwandle mich, und lass mich auferstehen zu neuem Leben.“

 

Das Schmetterlingsreliquiar ist im Original im Regensburger Domschatz zu sehen.

(Foto: Achim Brunz, München –  © Priesterseminar Regensburg / Text: Gorg Schraml)

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


17 − fünfzehn =