Märker's Welt

Jörg Schindler: „Stadt-Land-Überfluss“

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Jörg Schindler bei „LeseLust“

Jörg Schindler - Stadt,Land,Überfluss - kontrovers besprocehn

Jörg Schindler

Im Rahmen von „LeseLust“, einer Veranstaltungsreihe unserer Regionalzeitung, waren wir am Dienstag zu einer Lesung von Jörg Schindler. „Stadt, Land Überfluss“ so der Titel seines Buches, in dem der sonst für den Spiegel schreibende Journalist das „weniger brauchen, als wir haben“ propagiert.

Lesen und Diskutieren

Eigentlich will Jörg Schindler nicht lesen, sondern mit dem Publikum diskutieren. Diskutieren über das vielbeschworene „Wachstum“, von dem wir alle eigentlich wissen, dass es nicht unendlich sein kann. Diskutieren darüber, dass eine ständige Maximierung
von Materiellem und Sinneseindrücken uns nicht gut tut.

Aber etwas Lesen tut er trotzdem, bringt Beispiele von immer exotischeren Eissorten und dutzenden Antischuppenshampoos, die eine Wahl mitlerweile zur Qual werden lassen. Er berichtet aber auch von Menschen, die sich vom „Konsumterror“ abwenden.

Jörg Schindler will meiner Meinung nicht missionieren (andere Besucher sahen das anders), sondern seine Erkenntnisse den Mitmenschen reflektierend zur Seite stellen. „Wozu“ es dieses Buch gibt/geben muss, ist nicht die Frage. Es gibt dieses Buch, weil Jörg Schindler sich über das, was ihn bewegt, mitteilen will; weil er andere zum darüber „Nachdenken“ anregen will und sicherlich nicht zuletzt, um Geld zu verdienen,                 was per se legitim und daher nicht schlecht ist.

Tenor eher klagend

In der Diskussion erhält er vor allem zustimmendes Feedback, was aber dahingend auch logisch ist. (Menschen, denen genug nicht genug ist, gehen einfach nicht zu einer Lesung, in der es um „weniger ist mehr“ geht.) Allerdings ist der Tenor aus dem Parkett mehr klagend.  Gesellschaftlicher Konsumzwang ( z.b. Markengarderobe in der Schule)  wird genauso negativ gesehen wie (ungezügeltes) Fernreisen.  Wie würden sich die Leute verhalten, wenn sie sich das Kritisierte selbst leisten könnten ?  Die Argumentation klingt oft „schwermütig“.  Das wiederum wird dem Buch nicht gerecht, welches eher „leichtfüssig“ daher kommt.

Und so bleibt der Abend vielleicht doch etwas zwiespältig, eventuell hätte Jörg Schindler einfach mehr lesen sollen. Trotzdem halten wir das Buch für lesenswert.

Die Art und Weise der Reihe „LeseLust“ vom Donaukurier hat uns grundsätzlich aber angesprochen. Mal sehen, was in der Zukunft an interessanten Themen so geboten wird.

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